Nr. 4 Altai

 

Obwohl wir wegen dem Visa Problem einige Tage später als geplant die Grenze zu Russland überquerten, waren wir so schnell unterwegs, dass wir sogar früher als ursprünglich gedacht in die nähe der Mongolischen Grenze kamen. So entschieden wir uns, noch ein paar Tage im Altai Gebirge (auf der russischen Seite) zu verbringen. Dazu buchten wir eine Wandertour mit Bergführer. Zuerst fuhren wir mit einem russischen 4×4 Militärfahrzeug den Berg hinauf zum Forschungslager von Mt. Aktru. Die Fahrt an sich war schon ein Erlebnis. Es ging steil den Berg hinauf, über grosse Steinblöcke und durch riesige Wasserpfützen, die nicht gerade untief waren. Die Strecke war von tiefen Rillen geprägt, so dass man für’s Ausweichen lieber über gefallene Baumstämme fuhr. Auch der 50 meter breite, reissende Fluss schien für den geübten Off-road Fahrer kein Hindernis darzustellen. Es hat gerüttelt und geschüttelt aber total Spass gemacht. Wir waren allerdings froh, dass wir nicht unser eigenes Auto so schänden mussten.

Die Nächte verbrachten wir in einem russischen Research Camp und assen dort in der „Mensa“ eine typisch russisch-sowjetische Mahlzeit. Kaltgewordene Buchweizen oder ähnliches mit einer Stroganoff Sauce. Am nächsten Tag nochmal das gleiche. Zum Morgenessen gab es Brei. Gestärkt starteten wir hoch oben im Gebirge unsere Wanderung zum blauen Bergsee. Unterwegs trafen wir ein paar Rettungskräfte die im Gletscher eine Leiche bergen mussten. Ihre Vodka-Fahnen und Gesichtsausdrücke verrieten, dass sie wohl noch ein wenig verkatert waren und so nahm unser Bergführer ihnen die schwere Pritsche ab. Es überrascht nicht, dass die Crew am nächsten Tag nochmal hin musste, da es am ersten Tag irgendwie nicht geklappt hat mit der Bergung. Wir trennten uns beim Gletscher von ihnen und gingen weiter zum See, wo wir gemütlich unser Mittagessen zu uns nahmen. Da noch genug Zeit vorhanden war, entschieden wir uns weiter bis zu einer Berg-Spitze zu wandern.  Der Aufstieg war steil und fordernd. Ich war völlig erschöpft als wir oben ankamen. Es gab aber noch eine höhere Berg-Spitze und da Sven nach dem Motto „wenn, dann richtig“ lebt, bestieg er den auch noch. Währenddessen machte ich eine Verschnaufpause. Wir mussten ja schliesslich auch alles wieder runter. Gesamthaft waren wir ca. 10 Stunden unterwegs. Ich konnte keinen Meter mehr laufen und auch Sven spürte langsam seine Füsse. Wir waren dann auch so müde, dass wir erst am nächsten Morgen duschen wollten.
Es stellte sich aber heraus, dass es nur abends warmes Wasser gab, also waren wir fast gezwungen nochmal aufzustehen und uns der Reinigung zu stellen. Und obwohl das Wasser warm war, die Dusche war draussen. Seht ihr den Schnee auf den Bildern? Ihr könnt euch also vorstellen wie kalt es war.

Trotz Strapazen war es ein tolles Erlebnis, sogar unser absoluter Favorit bis jetzt. Die Bergen waren wunderschön und es war auch toll einfach mal ein paar Leute um sich zu haben, mit Einheimischen zu quatschen und einen Einblick in „the Russian way of life“ zu haben.

Even though we had lost time because of the visa issue, we were traveling pretty fast and ended up being at the Mongolian boarder earlier than planned. That’s why we decided to stay in the Altai region (close to the boarder) and do some hiking with a tour guide.

The guide picked us up with a Russian 4×4 and drove us up a crazy route over huge rocks and wide raging rivers to the Mt. Aktru research center. That was quite an experience.
We spent the night in a little wood cabin, had Russian food in the cafeteria and started our hike the next morning.

On the way we met a rescue team, that was still a little hungover from last night’s Vodka session, so our tour guide offered to carry their stuff.
At the glacier our path separated and we continued to the blue lake for lunch. We spontaneously decided to climb the steep peek in front of us and were rewarded with a stunning view. Our legs were totally soar, when we finally got back to the research station after 10 hours. But the stunning scenery was worth the pain.